Die beiden ehemaligen Heinrich-Heine-Stipendiaten Markus Orths und Thomas Lang stellen ihre neuen Romane vor:
Markus Orths erzählt in „Die Enthusiasten“ von einem besessenen Literaturliebhaber auf der Jagd nach einem verschollenen Manuskript, von einem Vater, der nur auf nie gestellte Fragen antwortet, von inniger Geschwisterliebe und von Phantomschmerzen nach einem ungeheuerlichen Verlust. Zudem stellt er grundsätzliche Fragen zum Verhältnis von Kunst und Künstlicher Intelligenz: Könnte KI zum Beispiel den (bisher nicht existenten) zehnten Band eines Jahrhundertwerks wie Tristram Shandy von Laurence Sterne verfassen? Und das, obwohl Sterne besonders für seine Originalität, Eigenwilligkeit, Unvorhersehbarkeit und seinen verblüffenden Einfallsreichtum verehrt und bejubelt wird? In „Melville verschwindet“ begibt sichThomas Lang auf die Spuren des amerikanischen Autors Herman Melville (1819–1891), der sich mit „Moby Dick“ in die Weltliteratur einschrieb. Lang lässt seinen vom Leben gezeichneten Erzähler Meander beim Ausräumen des elterlichen Hauses auf ein eigenes unbeendetes Buchprojekt stoßen – und auf Erinnerungen, die lange verdrängt waren. Ein Buch über Herman Melville sollte es werden, über dessen abenteuerliche und tragische Vita, in der Meander nun sich selbst entdeckt. Und je weiter Melville verschwindet, umso mehr kommt Meander zum Vorschein.
Markus Orths, Jahrgang 1969, veröffentlichte u.a. die Romane „Lehrerzimmer“, „Das Zimmermädchen“, „Max“, „Picknick im Dunkeln“ und zuletzt 2023 „Mary & Claire“. Seine Bücher wurden in insgesamt achtzehn Sprachen übersetzt, manche verfilmt und zahlreich ausgezeichnet.
Thomas Lang, geboren 1967, erhielt für seinen Debütroman „Than“ (2002) den Bayerischen Staatsförderpreis und dem Marburger Literaturpreis. 2005 erhielt er den Ingeborg-Bachmann-Preis für einen Auszug aus dem Roman „Am Seil“. Zuletzt erschien 2019 sein Roman „Freinacht“.

