Judith Schalansky

"Marmor, Quecksilber, Nebel. Woraus die Welt gemacht ist"

Reihe: Heinrich-Heine-Gastdozentur

Judith Schalansky, 1980 in Greifswald geboren, studierte Kunstgeschichte und Kommunikationsdesign. Ihr Werk, darunter der international erfolgreiche Bestseller „Atlas der abgelegenen Inseln“ sowie der Roman „Der Hals der Giraffe“, ist in mehr als 20 Sprachen übersetzt und wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2018, dem Premio Strega Europeo 2020 und zuletzt 2025 dem Lessing-Preis. Sie ist Herausgeberin der Naturkunden und lebt als Gestalterin und freie Schriftstellerin in Berlin.

In diesem Frühjahr erscheint ihr neues Buch „Marmor, Quecksilber, Nebel. Woraus die Welt gemacht ist“, drei Texte, mal Essay, mal Erzählung, in denen sie die materiellen Bedingungen des Lebens erkundet und nicht zuletzt das eigene Schreiben. Es beginnt nicht mit einem weißen Blatt, sondern mit einem weißen Block, einem fast 17 Tonnen schweren Ungetüm aus massivem Marmor. Noch Monate nach der verhängnisvollen Begegnung auf einer Fähre vor der Insel Thassos lässt der Stein Judith Schalansky nicht los und führt sie in die Marmorbrüche und Bildhauerei-Ateliers und durch die dunkle, oft gewalttätige Geschichte von Materialgewinnung und Weltaneignung. Ein Workshop an der Kunsthochschule von Guadalajara wiederum gerät zu einer tollkühn-quecksilbrigen Performance als Apologetin der Buchkultur. Und die Rekonstruktion einer lang zurückliegenden Besteigung des meist nebelverhangenen Brockens verdichtet sich zu einer Enzyklopädie der Undurchsichtigkeit, die das Erhellende im Ungewissen sucht.

Judith Schalansky
(c) Jürgen Bauer