Birgit Weyhe

"Rude Girl"

Reihe: Ausgewählt - Graphic Novel

Moderation: Jakob Hoffmann

Während einer Germanisten-Tagung in den USA wird Birgit Weyhe mit dem Vorwurf der kulturellen Aneignung konfrontiert. Nutzt sie ihre Privilegien als weiße Autorin aus, wenn sie Geschichten über schwarze Menschen erzählt? Sie lernt Priscilla Layne, eine afroamerikanische Germanistik-Professorin mit karibischen Wurzeln kennen. In Ihrer Jugend fühlte sich Layne nirgendwo zugehörig, für die schwarzen Mitschüler/innen war sie zu weiß und für die Weißen war ihre Haut zu dunkel. Sie beschließt gegen alle und alles gleichzeitig zu rebellieren, indem sie sich der Skinhead-Bewegung anschließt und zu einem Rude Girl wird. Wie kann Birgit Weyhe eine Lebensgeschichte wie diese erzählen? Welche Fehler gilt es zu vermeiden? Das erzählerische Konstrukt selbst wird zu einer eigenen Erzählebene in dieser Biografie.

Birgit Weyhe, 1969 in München geboren, verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Ostafrika, kehrte nach dem Abitur nach Europa zurück und studierte Germanistik und Geschichte. Es folgte ein Studium der Illustration an der HAW Hamburg. Für ihr Buchprojekt „Madgermanes“, das sich mit dem Leben der ehemaligen DDR-Vertragsarbeiter aus Mosambik auseinandersetzt, erhielt sie den Comicpreis der Berthold-Leibinger-Stiftung, das Buch wurde mit dem Max-und-Moritz-Preis als bester deutschsprachiger Comic 2016 ausgezeichnet. 2022 erhielt sie den Max und Moritz-Preis als beste deutschsprachige Comic-Künstlerin.

(c) Vera Drebusch