Berichte aus der Klassengesellschaft

"Klassenbeste" und "Verkannte Leistungsträger:innen"

Reihe: Was uns bewegt

Moderation: Martina Sulner

Wenn Marlen Hobrack an ihre Kindheit in Armut in einem bildungsfernen Haushalt denkt, stellt sie immer wieder fest, wie wenig ihr Aufwachsen mit den Herkunftserzählungen der Mittelschicht gemeinsam hat, zu der sie als erfolgreiche Journalistin zählt. Aber gehört sie als Grenzgängerin zwischen den Klassen wirklich dazu? Als alleinerziehende Ostdeutsche, die mit 19 Mutter wurde? Marlen Hobrack formuliert die Klassenfrage aus weiblicher Perspektive neu. Marlen Hobrack wurde 1986 in Bautzen geboren. Sie studierte Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaften und arbeitete im Anschluss für eine Unternehmensberatung. Seit 2016 schreibt sie hauptberuflich für Zeitungen und Magazine, u. a. FREITAG, TAZ und DIE ZEIT.

„Sie halten den Laden am Laufen“: Pflegekräfte, Paketbotinnen oder auch Arbeiter in den großen Fleischfabriken. Für ihren Einsatz während der Corona-Pandemie wurden sie beklatscht. Doch ihr Alltag ist oft geprägt von prekären Beschäftigungsverhältnissen, schlechten Arbeitsbedingungen, Druck, Stress und Diskriminierung. Eindringliche Porträts von Beschäftigten aus den für unser Leben so wichtigen Branchen wie Gesundheit, Ernährung oder Logistik und machen sichtbar, was in der modernen Klassengesellschaft häufig im Schatten bleibt. Nicole Mayer-Ahuja ist Professorin für die Soziologie von Arbeit, Unternehmen und Wirtschaft an der Georg-August-Universität Göttingen. Zuletzt ist von ihr als Mitherausgeberin erschienen „Karl Marx – Ratgeber der Gewerkschaften?“.

Marlen Hobrack
(c) Michael Bader
Nicole Mayer-Ahuja
(c) KP Wittemann