Aslı Erdoğan

"Requiem für eine verlorene Stadt"

Reihe: Was uns bewegt

Moderation: Ebru Taşdemir; Lesung der deutschen Textpassagen: Berna Celebi, Theater Lüneburg

„Als würde ich Tabak rollen, forme ich mein Ich zu einer Geschichte, vermische mein Leben mit dem Tabak, mit Wein und mit dem Blau und dem Schwarz der Nacht, und blase den Rauch in die Leere.“ Suchend schweift Aslı Erdoğans literarisches Ich durch eine ebenso reiche wie verwüstete Seelenlandschaft, in den Kindheitswald und nicht zuletzt in die verwinkelten Gassen der Stadt Istanbul.

Aslı Erdoğan, geboren 1967 in Istanbul, ist eine der bekanntesten Schriftstellerinnen und Kolumnistinnen der Türkei und weltweit Symbolfigur für den Widerstand gegen die Willkürherrschaft in ihrer Heimat. Ihre literarischen Werke (u.a. „Die Stadt mit der roten Pelerine“ und „Das Haus aus Stein“) sind in über 20 Sprachen übersetzt und wurden mit einer Vielzahl von Preisen ausgezeichnet. Im August 2016 wurde Aslı Erdoğan nach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei zusammen mit 22 anderen Journalisten verhaftet und monatelang im Gefängnis festgehalten. Sie lebt im Exil in Deutschland.

Asli Erdogan
(c) Carole Parodi
Berna Celebi
Berna Celebi (c) Jochen Quast